Die Kommunen ächzen: Haushaltstopp, Insolvenz – In diesem Jahr drohen bundesweit vielen freien, Stadt- und Landestheatern die Schließung. Illusorische Finanzierungspläne zwingen Intendanten zum Rücktritt, drastische Kürzungen gefährden das Theater – Spielzeit-Ende 2010!?
Doch in Bochum, im Herzen des Ruhrpott, mitten in der Kulturhauptstadt Europas feiert lurch.deluxe 4 Tage lang ein neues Theater für Bochum – die
BUNDESBÜHNE BOCHUM
Andere spielen Kaufmannsladen – wir spielen Theater. Spielen Sie mit uns! Viel Spaß!
www.lurch-deluxe.de
DAS PROGRAMM:
Donnerstag, 4. November 2010

Wilhelm von Hoegen
Cortés – The Killer von Katja Wiefel
19.30 Uhr Theater
Das Theaterstück erzählt mit stimmungsreichen Bildern, Live-Musik und Super8-Filmen von der Entdeckung, Eroberung und Zerstörung anderer Kulturen und von den Kindern, die sich dem Erbe und den Taten ihrer Väter nicht entziehen können.
1519 landet der Spanier Hernán Cortés bei Vera Cruz. Auf seinem “Kreuzzug“ hinterlässt er eine Blutspur. Während der Conquista verlieren Millionen Ureinwohner Mesoamerikas ihr Leben. Auf den Trümmern alter Kulturen entsteht das heutige Mexiko. “Ungeheuer eindringlich.” (WAZ) “Das Ensemble enführt die Zuschauer in eine endlose Geschichte.” (RP).
Mit: Wilhelm von Hoegen (Spiel), Christian Finzel (Musik und Spiel), Katja Wiefel (Text/Bühnenbild),
Aleksandra Kevic (Regie- und Produktionsassistenz), Simon Witt (Technik), Dirk Schwantes (Spiel/Text/Regie). Eine Produktion von projekt.helden, Duisburg.
Mehr Fotos und Videos: www.cortes-the-killer.de Eine Produktion der Duisburger Akzente.
Eintritt: 10 Euro / 5 Euro
Leben in der WG Meike Misia
21 Uhr Comedy

Meike Misia
Arbeitslose Künstler gibt es wie Sand am Meer oder graue Häuserfassaden im Pott. Was bleibt einem also anderes übrig als das Zwangskollektiv WG? Manche Menschen leben freiwillig mit anderen zusammen; wir müssen!
Mit ihrem Comedyprogramm bringt Meike Misia komische und absurde Szenen aus dem facettenreichen, teils chaotischen WG-Leben auf die Bühne und stellt lebenswichtige Fragen wie: Warum funktioniert der Putzplan nicht? Wer hat schon wieder die Klotür aufgelassen? Und wieso ist der Kühlschrank eigentlich immer leer? Erhellende Antworten sollte man allerdings nicht erwarten.
Eintritt: 3 Euro
Freitag, 5. November
Theater als Kollektiv?
12 – 17 Uhr Workshop mit Marion Kaeseler
Im Zentrum dieses Theaterworkshops für Theaterschaffende steht die Frage, inwiefern sich die Idee eines Kollektives in einer Theatergruppe umsetzten lässt. Wann funktioniert ein Kollektivgedanke, wann verspricht diese Gruppen-Konstruktion Erfolg und wann scheitert sie? Die Teilnehmer gründen für einen Nachmittag ein Theater-Kollektiv und erproben anhand von praktischen Übungen ihre eigenen Rollen. Anmeldung sind per Email möglich: lurch.deluxe@gmx.de
HOW TO DIE ON STAGE
19.30 Uhr Theater

How to die on stage – Hier das Hotel Eden
Das Bochumer lurch.theater gründete sich 2001. 2009 wurde was noch übrig war zu Grabe getragen.Was zum Rise & Fall führte, ob man tatsächlich als Kollektiv arbeiten kann und inwiefern enthusiastische Ideale letztendlich immer zum Scheitern verurteilt sind, untersuchen ehemalige lurch.theater-Mitglieder nun in einer letzten Performance. Von Fahrtkosten und Überheblichkeit, von verwobenen Lebenswegen und Aufbruchsstimmung, von Desillusion und der Liebe zum Theater erzählt „How to die on stage“.
Regisseur Thorsten Sperzel inszeniert im Auftrag der BBB diese kleine Tragikkomödie mit Marion Kaeseler, Anja Lemke, Boris Mercelot, Meike Misia, Elisa Müller, Dirk Schwantes, Vera Strobel und Fynn Zinapold.
Eintritt: 10 Euro / 5 Euro
ein Abend mit lieschen müller*****
21 Uhr PERFORMANCE

müller*****
Eine junge Frau betritt die Bühne. Lieschen Müller. Schauspielerin. Sie hat eine Verabredung – mit dem Publikum. Ein Theaterabend als Live-Versuch über die Funktionsweise von Theater. Was passiert mit dem, der zuschaut, während ein anderer agiert? Und was mit demjenigen, der agiert, während ein anderer dabei zuschaut? Ein Theaterabend für ein Publikum und seine Schauspielerin.
Eine Produktion von müller***** in Koproduktion mit LOFFT.Leipzig. Idee/Konzeption/Spiel: Elisa Müller. Klavier und Technik: Frank Sievers. Draufgeschaut: Tom Stromberg.
Eintritt: 10 Euro / 5 Euro
Samstag, 6. November 2010
Zahlen, bitte.
19.30 Uhr Theater

Zahlen, bitte
Jeden Abend vor dem Schlafen gehen, müssen wir vor uns selber über unser Tagwerk Rechenschaft ablegen. Was habe ich gemacht und was habe ich gelassen? Habe ich das Leben genossen? Habe ich beim Sex an jemand anderen gedacht? Habe ich die Blumen gegossen? Was habe ich heute gegen den Imperialismus getan? Und egal, wie viel ich richtig gemacht und gewonnen habe, ich habe immer auch verloren. Meine Hoffnungen an diesen Tag und den Tag selbst. Und dann ist da diese Angst vor dem nächsten Tag. Und, dass es wieder nicht reichen könnte. Vor diesem Tag, der auch ein Neuanfang sein kann, steht die Nacht, bevölkert von Geistern und Albträumen. Und so viel Licht oder Lärm ich auch mache, die Nacht bleibt dunkel.
Genauso wollen wir es auch machen. Wir werden einen Tag lang Bilanzen ziehen und alle Zahlen, die uns und unser Leben betreffen, zusammenrechnen. Am Abend werden wir dann vor uns selber und vor dem Publikum über unser Tagwerk Rechenschaft ablegen.
Ko-Produktion mit dem 99cent theater. Mit: Anja Lemke, Elisa Müller, Meike Misia, Thorsten Eisentraut. Text: Andreas Browa. Regie: Boris Mercelot.
Eintritt: 10 Euro / 5 Euro
Figaro 22 von Benjamin Karalic
21 Uhr LESUNG
„Du bist so ein schöner Mann. Sie hat es so gesagt, als müsste er bald sterben. Aber woher sollte sie das wissen? Doch plötzlich ist da ein Impuls, dem 22 folgen kann. Kaum greifbar. Auch nicht, als er es ausspricht. »Kannst du mich in den Arm nehmen?« Ohne eine Antwort abzuwarten, vergräbt er sich in ihr.“
Eine Kurzgeschichte über die Einsamkeit der Zukunft, das bessere Geschlecht, Vorhaut und Sex für Geld. Gelesen von Raymond Dudzinski.
Eintritt: 3 Euro
Sonntag, 7. November 2010
ENDE.2010 – Die Theaterkrise als LARS
11 Uhr BRUNCH, BACON, BÄRCHENWURST // LIVE ACTION ROLLEN SPIEL
Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn so eine Stadt einem nach Jahren Adieu sagt? Schmeckt das Hungertuch nach schlechter Kunst? Kann man die RUHR.2010 als Tool in Level 2 gebrauchen? Ist die Finanzkrise der Endgegner und wenn ja, wo findet man die Bedienungsanleitung für den ultimativen Gegenangriff? Welche Gefahren lauern im nächsten Level? Und wie verhindert man ein „Game over“?
In einem angeleiteten Live Action Rollen Spiel (LARS) können die „Zuschauer“ zu „Mitspielern“ werden und hautnah miterleben, was es heißt, derzeit ein Theater in Deutschland zu sein. Auf spielerische Weise werden die Hauptakteure der gegenwärtigen Theaterkrise unter die Lupe genommen, Zusammenhänge kritisch hinterfragt und Raum geschaffen für vielleicht ungeahnte Lösungsmodelle…
Wer beim LARS nur Zuschauer spielen will, ist herzlich eingeladen zu Brunch, Bacon, Bärchenwurst. Bitte eigene Brötchen mitbringen, unser Geld ist alle.